Der Sympathie-Faktor

Donnerstags ist bei uns im Stadtteil Wochenmarkt. Auf diesem Markt hatte jahrelang eine Bauersfrau aus dem Alten Land ihren Stand. Dort verkaufte sie Eier, Kartoffeln und Äpfel. Die Äpfel waren lecker. Doch das waren die Äpfel an den anderen Ständen aus dem Alten Land auch. Trotzdem verkaufte die Bäuerin immer deutlich mehr als ihre Konkurrenz. Woran lag das wohl?

Diese Bauersfrau mit ihrem grünen Kopftuch und der stets ein wenig schmuddelig wirkenden Blumenschürze lachte und scherzte ununterbrochen mit ihren Kunden, während sie die Waren abwog und in Tüten verpackte. Und das auch noch in schönstem Hamburger Platt. Man musste sie einfach lieben!

Was lernen wir daraus? Sympathie erhöht den Umsatz. Wir alle kaufen nämlich am liebsten bei Menschen, die wir mögen.

Wenn Sie also jemand sind, der die Sympathie anderer leicht gewinnt – wunderbar, Ihnen ist der Erfolg so gut wie sicher. Wenn Sie Charme besitzen, es verstehen, mit Ihren Mitmenschen zu scherzen und auch sonst nicht auf den Mund gefallen sind – grandios, Ihre Zukunft als UnternehmerIn leuchtet in schillernsten Farben.

Im Ernst: Sympathisch zu wirken, ist im Geschäftsleben nicht mit Geld zu bezahlen. Weil es die Grundlage dessen ist, warum Menschen Sie als vertrauenswürdig empfinden werden. Wenn Sie das dann auch noch bestätigen, haben Sie einen ganz dicken Stein im Brett jedes zukünftigen Kunden. Und jeder dieser Kunden ist rein statistisch eingewoben in ein Netz von mindestens vier Kontakten, an die er Sie liebend gern weiterempfehlen wird.

Viele Unternehmen unterschätzen diesen Aspekt. Dann gibt es einen Skandal, zum Beispiel um irgend einen Manager. In den Medien entsteht eine Welle der Empörung. Die Verkaufszahlen gehen zurück. Der Börsenkurs bricht ein. Und es kostet riesige Summen und viel Zeit, den Schaden durch ausgeklügelte Imagekampagnen einigermaßen wieder auszubügeln. Andererseits verzeihen Menschen sympathischen Unternehmen Negatives eher als unsympathischen.

2008 musste ein bis dato sehr erfolgreicher, amerikanischer Internet-Unternehmer und Investor aufgrund der weltweiten Wirtschaftskrise 8% seiner Belegschaft entlassen. Dieser Mann galt als einer der ersten, die vorführten, welchen positiven Einfluss der richtige Gebrauch sozialer Medien wie Twitter haben kann. Er schrieb in seinem Blog über die Notwendigkeit der Entlassungen, legte die Gründe dafür offen auf den Tisch. Und er twitterte darüber. Ergebnis: Was bei anderen leicht zu Kettenreaktionen einer Abwärtsspirale aus Imageverlust und Bonitätseinbußen hätte führen können, überstand dieser Unternehmer fast vollkommen unbeschadet. Mehr noch – Umfragen bewiesen, das fast 54% der befragten Zielgruppe Mitleid mit ihm hatten, weil er sich offenkundig selbst so schuldig fühlte für sein Versagen. DAS nenne ich den gelungenen Aufbau eines Sympathie-Faktors!

Ende vom Lied: 2009 hatte sich die Firma erholt und Amazon kaufte den größten Teil der Firmenanteile. Gerüchten zufolge für rund 1,2 Milliarden Dollar.

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Susanne

Susanne

Vordenkerin bei der Sternenfaktorei
Ich kann nicht zaubern, aber ich kann Ideen und Konzepte (auch gern mal ausgefallene) für so ziemlich alles und jeden entwickeln. Schließlich habe ich unter anderem damit lange Zeit mein Geld verdient. Und was ich gelernt habe, kann ich anderen einfach und schnell vermitteln. Ich war selbständige Konzeptionerin und freie Autorin. Jetzt bin ich Motivations- und Kreativitäts-Trainerin, Business- und Intuitions-Coach. Und der Kopf hinter der Sternenfaktorei. KaShaka!
Susanne

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