Storytelling nutzen – gewusst wie

Denken Sie an die letzte Geschichte, die Sie in ihren Bann zog: Berührte Sie das Schicksal der Figuren? Konnten Sie sich mit dem Helden oder der Heldin identifizieren? Konnten Sie mitzittern, als er oder sie in der Krise steckte und da nur die Hoffnung war, dass am Ende doch noch alles gut werden würde? Und als die Krise dann endlich überstanden war, konnten Sie sich mitfreuen?

Das ist die Macht des Geschichten-Erzählens. Und die findet man nicht nur in Romanen. Es gibt sie in Werbetexten, Reiseprospekten, Zeitschriftenartikeln. Genau genommen, gibt es sie überall dort, wo etwas Geschriebenes Leser erreichen, packen und festhalten soll. Denn: Geschichten spielen dabei oft die wichtigste Rolle. Geschichten beziehen Ihre Leser ein in das, was Sie tun und in das, was Sie anzubieten haben. Geschichten verbinden Menschen miteinander. Heute genauso, wie vor Tausenden von Jahren.

In diesem Artikel wollen wir uns darum die Kunst des Geschichten-Erzählens etwas genauer ansehen und auch, wie Sie diese Kunst nutzen können, wenn Sie Inhalte für Ihr Business entwickeln.

Um eine gute Geschichte zu erzählen, müssen Sie zunächst einmal wissen, was zu einer guten Geschichte gehört. Fangen wir also am besten damit an:

Was macht eine gute Geschichte aus?

Alle guten Geschichten leiten den Leser durch mehrere Phasen. Es gibt eine Hauptfigur. In unserem Fall, sage ich einfach, soll die Hauptfigur der Geschichte eine HeldIN sein. Diese Heldin trägt – und erträgt – gewissermaßen den gesamten dramatischen Handlungsbogen.

Als nächstes entwerfen wir ein bisschen Hintergrund für unsere Heldin und malen uns die Situation aus, in der sie sich befindet. (Der Vollständigkeit halber: Der Fachbegriff dafür ist „Exposition“.)

Außerdem brauchen wir eine Spannungskurve. Es müssen ein paar Dinge passieren, die unsere Geschichte in Schwung bringen und auf einen Höhepunkt zutreiben.

Der Höhepunkt ist immer da, wo irgend etwas Großes passiert. Große Entscheidungen, große Gesten, großes Chaos – Buuhhm, Trommelwirbel, Herzrasen… Sie wissen schon, das Schicksal klopft an die Tür. (Im Film mit großem Orchester und vollem Crescendo.)

Als nächstes kommt die Phase der Prüfungen. Unsere Heldin muss verschiedene Situationen meistern, die gut oder schlecht ausgehen können. Das Ergebnis bleibt erst einmal ungewiss.

Schließlich braucht eine gute Geschichte so etwas wie eine Problemlösung. Die Heldin hat einen für sie ernsten, persönlichen Konflikt zu bewältigen.

So… und mit diesen Anhaltspunkten im Hinterkopf, machen wir uns nun daran, die Möglichkeiten des Geschichten-Erzählen in Ihre Unternehmensinhalte einzubinden.

Ein gelöstes Problem aus Ihrer Vergangenheit

Hier erzählen Sie zum Beispiel eine Geschichte über Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung und wie das eine – oder das andere – Ihnen dabei geholfen hat, einen größeren Konflikt in Ihrem Leben zu lösen. Der Leser kann Ihren Konflikt auf sich beziehen und sich auf dieses Weise (klar!) auch mit Ihrer Lösung identifizieren.

Ein Beispiel: Angenommen, Sie verkaufen eine Software zum Kundenmanagement speziell für kleine Unternehmen. Sie können beschreiben, was für ein Alptraum Ihr Leben war, als Sie – noch ganz am Anfang Ihrer eigenen Selbständigkeit – Ihren lukrativsten Kunden verloren, weil die Korrespondenz zum aktuellen Auftrag dem Absturz Ihres damaligen eMail-Programms zum Opfer fiel. Tragisch! Drei Monate wussten Sie nicht, ob Sie die nächste Miete würden bezahlen können. Aber dann, eines Tages, Sie wissen gar nicht, wie es passiert ist, hatten Sie plötzlich DIE Eingebung… Heureka!

Genau DAS ist der Punkt, an dem Ihre Software ins Spiel kommt. Sie stellen sie vor und beschreiben dann, wie dieses Programm alles für Sie zum Besseren gewendet hat.

Im Grunde führen Sie also den Leser durch seine eigene Geschichte. Denn das Theater, das Sie hatten, bis der Verlust durch einen neuen Kunden wett gemacht wurde, ist das gleiche Theater, das – mit Sicherheit – auch viele Ihrer Leser kennen. Umso mehr werden diese Leser geneigt sein, Ihre Software zu kaufen.

Wie ein Experte Ihr Leben veränderte

Dieser Ansatz baut auf eine Geschichte, in der Sie Ihren Konflikt mit Hilfe eines Fachmannes (oder einer Fachfrau!) lösen konnten. Wieder geht es um den persönlichen Aspekt, aber in dieser Variante mit Schwerpunkt auf den Experten bzw. die Expertin und wie er oder sie Ihr Leben veränderte. Auf diese Weise können Sie erzählen, was SIE von dem Experten (der Expertin) damals gelernt haben und nun an Ihre Kunden weitergeben.

Nehmen wir an, Sie bieten als Gesundheits-Coach verschiedene Trainings zur Stressbewältigung an. Sie erklären, wie müde und erschöpft Sie früher immer waren. Bis Sie eines Tages einem (bekannten) Anti-Stress-Trainer begegneten, der alles veränderte. Dieser Lifebalance-Experte empfahl Ihnen im Rahmen seines Trainingsprogramms eine Reihe spezieller Übungen. Das verdoppelte Ihre Energie, und schon nach wenigen Wochen fühlten Sie sich wie neugeboren.

Am Ende der Geschichte erklären Sie, wie Sie das Wissen des Anti-Stress-Experten übernommen haben und es heute mit Ihren Kunden teilen. Wer von Ihren Lesern selbst dauernd müde und erschöpft ist, wird Vertrauen zu Ihnen fassen. Die Chance, dass er Ihr Kunde wird, steigt.

Die Geschichte Ihrer Marke

Nein, gleich vorneweg: Ich meine hier NICHT diese unsäglich langweiligen Darstellungen von Firmenhistorie, wie man sie – leider! – auf viel zu vielen Firmen-Websites findet.

Wenn Sie um Ihr Business herum wirklich eine GESCHICHTE erzählen wollen, dann sollte es auch genau DAS sein: eine GESCHICHTE. Ihre Geschichte. Die Geschichte Ihrer Familie, Ihrer Firma. Eine Geschichte, mit der sich Ihre Leser identifizieren können.

Vielleicht mussten Sie mehrmals Anlauf nehmen, Scheitern und Neuanfänge in Kauf nehmen, bis Sie es endlich zum Erfolg schafften. Vielleicht gab es einen Großvater mit ungewöhnlicher Lebensgeschichte, der den Grundstein für Ihre Firma legte.

Letztlich geht es immer nur um Eines: Möglichst viele Menschen dazu zu bringen, sich Ihr Angebot genauer anzusehen.

Und jetzt sind Sie dran!

Haben Sie schon versucht, eine persönliche Geschichte in Ihre Artikel oder andere Inhalte einzubinden? Wenn ja, konnten Sie feststellen, ob sich Ihre Leser darin wiedergefunden haben? Welche Rückmeldungen gab es?

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Susanne

Susanne

Vordenkerin bei der Sternenfaktorei
Ich kann nicht zaubern, aber ich kann Ideen und Konzepte (auch gern mal ausgefallene) für so ziemlich alles und jeden entwickeln. Schließlich habe ich unter anderem damit lange Zeit mein Geld verdient. Und was ich gelernt habe, kann ich anderen einfach und schnell vermitteln. Ich war selbständige Konzeptionerin und freie Autorin. Jetzt bin ich Motivations- und Kreativitäts-Trainerin, Business- und Intuitions-Coach. Und der Kopf hinter der Sternenfaktorei. KaShaka!
Susanne

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